Dioramen und Vignetten

I. Dioramen

Kampf auf den PONTES LONGI (15 AD)

Dies war das erste Diorama, das ich gebaut habe. Ich war damals etwa 17 Jahre alt und hatte gerade die Zinnfigurenserie von Hinsch erstanden. Wenn ich heute das alte Schwarz-Weiß-Foto betrachte, muss ich sagen, dass meine Idee des Kampfes in den germanischen Sümpfen so falsch nicht war. Neben den Hinsch-Figuren von Germanen, die den römischen Tross plündern, aus der Serie „Rückzug des Caecina“, habe ich Figuren von Ochel benutzt.

Der Tod des Archimedes (212 BC)

Dies ist der Versuch, meine Archimedes-Gruppe in Szene zu setzen. Als Schauplatz stelle ich mir den Innenhof eines hellenistischen Hauses vor, auf dessen Sandboden der Mathematiker und Physiker seine Konstruktionen vornimmt. So sitzt er, den Stellzirkel in der Hand, und ruft dem römischen Soldaten sein „Noli perturbare circulos meos“ (natürlich auf Griechisch) zu. Der Bauernkrieger versteht nur „Bahnhof“ und erschlägt ihn.

Am LIMES

 

Die Soldaten in der Szene am Limes im 2. Jahrhundert sind Angehörige einer COHORS EQUITATA. Die Figuren stammen von Debertshäuser und Nadebor. Der Wachturm ist meine Kulisse, die ich auf dünnes Styropor aufgezogen habe. Die Palisade besteht aus Figuren von Tobinnus.

Vorne links am Durchgang wird ein gefangener germanischer Späher verhört, während vor dem Turm ein höherer Offizier eine Abteilung vergattert.

Später habe ich das Diorama noch einmal umgearbeitet und die Palisade nach hinten verlegt.

CUNEUS FRANCORUM


Dieses Diorama wurde für das Heimatmuseum Beuel in Bonn geschaffen. Es stellt einen Angriff von Franken in Keilformation auf römische LIMITANEI in der Spätantike dar. Die Franken sind meine eignen Figuren. Die Römertypen stammen von Erich Lampert.

Napoleon an der Kreml-Mauer

   

Das Diorama geht auf die Zeit zurück, als ich noch Figuren der Napoleonischen Zeit sammelte, insbesondere den Untergang der Grande Armée 1812 in Russland. Die einzigen Figuren, die davon heute noch in meinem Besitz sind, sind diese Typen der Scholtz-Serie. Die Idee zu dem Diorama entstand, als ich eine alte Abbildung in dem Buch „Illustrierte Geschichte der Befreiungskriege“ von Pflugk-Harttung fand (s. unten). Ich malte den Hintergrund dann mit Ölfarbe und den Rauch und die Funken auf ein Stück transparente Plastikfolie, die ich vor einigen der Figuren platzierte. Die Wirkung ist gar nicht so schlecht, denke ich. 

Englische Touristen am Rhein um 1830

      
Dieses Diorama habe ich mit Hilfe der Figuren-Serie „Rheinhafen im Biedermeier“ der KLIO Landesgruppe Rheinland-Süd gestaltet. Weitere Figuren habe ich aus diversen Grabbelkisten auf der Börse in Kulmbach erworben. Der Hintergrund ist eine kolorierte Federzeichnung nach einem alten Stich, die offenbar auch Vorlage des zinnernen Rheinkrans war, da der Originalkran andere Dimensionen hat – er ist beinahe so breit wie hoch. Ich habe sie als H 2 unter meinen Kulissen.

Bei der Gruppierung der Figuren habe ich mir vorzustellen versucht, was die Personen miteinander zu tun haben.      

Überführung von Gefallenen des Preußischen Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments Nr. am 17. Juni 1893 bei St. Ail

Diorama von Dr. Heinrich Christ

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Dr. Christ hatte mich gebeten, für ihn die beiden kommandierenden Offiziere zu bemalen. Den Franzosen sieht man in der Mitte vor seinen Truppen. Der Deutsche ist irgendwo rechts in seinen Truppen verschwunden, seit das Diorama bei einem Sprengstoffanschlag auf das Musée Militaire in Gravelotte beschädigt und unsachgemäß wieder hergestellt wurde.

Gräberstraße am Ausgang eines VICUS (1. bis 2. Jh. N. Chr.) 

Das Diorama habe ich für eine Sonderausstellung im Rheinischen Landesmuseum 2009 erstellt.

Es folgen einige Detailaufnahmen (von links nach rechts).

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Ein Cisium kommt in den Ort.

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Bustumbegräbnis

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Trauerzug

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Gänseliesel

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Der Ortsrand mit Steinmetzbetrieb und Gartenbau

Modelle der Grabbauten


Grabbau 1


Grabbau 2

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Tumulusgrab


Pfeilergrab

Wildpferde auf den Gönnersdorfer Höhen, 10000 v. Chr.

Für den Hintergrund habe ich ein Bild im Rheinischen Landesmuseum Bonn benutzt.

Kleindiorama zur Vorgeschichte im Rheintal

 

Flandern 1914 - Der rechte Flügelmann

In dem Buch „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ von Eberhard von Mantey findet sich auf den Seiten 255-274 ein Aufsatz von Korvettenkapitän a.D. Erich Edgar Schulze über „Das Marinekorps in Flandern“. Dort findet sich eine Lithographie nach einem Foto, die geradezu einlädt zu einem kleinen Schaubild:

  
Man sieht einen Matrosenwachtposten im grauen Mantel an seinem behelfsmäßigen Unterstand in den Dünen. Mit Hilfe eines Marinekorps-Soldaten aus den verschollenen Formen von Ritter (Replik von Engels) habe ich die Szene in ein Kleindiorama umgesetzt. Der fehlende Unterstand wurde aus Blech ausgesägt.

Das Zigarrenkästchen-Diorama entstand nach einer zeitgenössischen Fotographie im Gartenlaube-Kalender. Der Posten ist eine alte Figur von Joachim Ritter, der Unterstand wurde aus Kupferblech ausgesägt. Der Hintergrund ist eine am Computer bearbeitete Fotografie.

BELLUM VARIANUM (9 n. Chr.)

2009, zum 2000. Jahrestag der Vernichtung der Armee des Varus, veranstaltete das Rheinische Landesmuseum Bonn eine Sonderausstellung zum Kenotaph des Centurionen Marcus Caelius, der in Germanien verschollen ist. Die Ausstellung wurde begleitet von einer Zinnfigurenausstellung, zu der ich auch zwei Dioramen zum Geschehen beigetragen habe: Die Flucht des Vala Numonius und den Tod des Varus.

Der Ausbruchsversuch des Legaten Vala Numonius

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zwei Detailfotos: Vala Numonius und verfolgende Germanen

Der Tod des Varus

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Es folgen ein paar Detailfotos:

Tod des Varus
Chaos und Widerstand

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Varus stürzt sich in sein Schwert.

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Der Legat L. Eggius und der Centurio M. Caelius leisten noch Widerstand.

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Angriff unter Führung des Armenius (zu Pferd)

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Armenius feuert seine Krieger an. (Foto in der Fassung von W. Weiß)

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Die Germanen stürmen aus dem Wald.

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Noch werden Verwundete versorgt.

Armenius und Flavus

Die beiden Brüder waren Söhne des Cherusker-Fürsten Sigumar. Während Flavus in der römischen Armee als Centurio diente, hatte sich Armenius, der als römischer Ritter eine germanische Hilfstruppeneinheit kommandierte, von den Römern losgesagt. Unter seiner Leitung wurde das Armeekorps des Varus vernichtet. Nach Tacitus soll es zwischen den verfeindeten Brüdern zu einer Begegnung an der Weser gekommen sein, die im Streit endete.

P. Cornelius Tacitus diktiert seine ANNALES

tacitus

Das Diorama wurde in eine kleine Zigarrenkiste eingebaut. Es zeigt den römischen Historiker beim Diktat. Als Gedächtnisstütze hält er eine Schrifttafel in der Hand. Vor ihm sitzt der Schreiben an einem Pult, ein anderer Gehilfe sucht im Hintergrund Akten heraus.

Straßenleben in einem VICUS

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 Detailfotos (von links nach rechts):

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Opfernde Ubische Frau

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vor der Mansio (im Hintergrund)

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Spielende Kinder

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Kneipe und Imbiss

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Schmiede

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Häusliches Leben und Legionsreiterpatrouille auf der Straße

Maurer und Mosaikleger

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Ein vornehmer Römer (in der rechten Bildhälfte) besichtigt die Baustelle seiner neuen Behausung.

Pachtzahlung im Trevererland

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Diese Abbildung einer Römischen Stadt in Italien wurde in meinem Buch „Römer in Zinn“ veröffentlicht.

Caesars Rheinbrückenschlag

Das letzte große Diorama, das ich gebaut habe, war der 1. Rheinbrückenschlag Caesars im Jahre 55 v. Chr. Anlass war eine Zinnfigurenausstellung in Neuwied, wo Theorien zufolge diese erste Brücke über den Rhein gebaut worden sein soll.


Gesamtansicht

ein schärferes Foto von Gerald Nadebor


(Foto: Gerald Nadebor)

Die Ramme (die Zinnfigur ist sicherlich nicht historisch korrekt, mit einer Ramme dieses Bautyps (wohl inspiriert von Dampframmen des 20. Jh.) hätte der Bau Monate gedauert. Richtig wäre eine Ramme, deren Rammgewicht über Seilzug von 20 Mann bewegt gewesen wäre (nach dem Vorbild der frühen mittelalterlichen Schleudermaschinen). Außerdem wären natürlich mehrere solcher Rammen in Betrieb, und die Baustelle wimmelte von Tausenden von Soldaten.


Zubereitung von Bauholz. Das Ruderboot auf dem Fluss ist ein Eigenbau.


Caesar inspiziert die Baustelle.

II. Vignetten

Stoneage


Neandertaler am Lagerplatz (Die Zinnfigurenserie entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Gerhard Bosinski)


Jagdzauber im Magdalenien


Einbaumbau in der Jungsteinzeit

CLABULARE



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Das Bild zeigt ein CLABULARE in einer anderen Straßenszene. Links geht ein Landmann, begleitet von seinem Hund. Und am Straßenrand steht ein Meilenstein. Die Entfernungsangabe lautet „L XXX“, also 30 Leugen, ein keltisches Längenmaß. Absicht beim Bau der Vignette war es, den Aufbau einer römischen Fernstraße in Gallien darzustellen.

 clabulare

Dieses kleine Diorama zeigt mein CLABULARE in einer Straßenszene. Am Wegrand stehen Soldatengrabsteine. Auf der Straße bewegen sich außerdem ein BENEFICIARIUS (Figur von Droste), ein Landmann (Figur Dangelmaier) und sein Sohn mit einer Kuh (Figuren Gerteis). Im Hintergrund rollt ein CORVINNUS heran, ein keltischer Bauernwagen. Dies ist eine Bastelfigur. Grundlage war ein Wagen aus der Hinsch-Serie „Rückzug des Caecina“, die durch Anlöten der Zügel und Malen der einheimischen Familie adaptiert wurde.

Plaustrum

Das PLAUSTRUM war der typische römische Bauernkarren. Hier ist es als bäuerlicher Holztransport mit hinterherlaufendem Hündchen in eine Vignette montiert. Baum und Holzladung sind Zweige eines vertrockneten Thymianstrauchs aus unserem Garten.



plaustrum

CARRUCCA DORMITORIA

dormitoria

Dieser Reisewagen ist eine Lötfigur, also ein Unikat. Ich habe dafür meine eigenen Muli-Typen und einen Kutscher benutzt, dazu zwei Wagen des Rheinlandverlages und einen Mann, der einen Ballen trägt. Er wurde zum Diener auf dem Trittbrett umgemodelt. Das ganze ergab dann durch Löten und Kleben mit einem Zwei-Komponenten-Kleber ein halbplastisches Fahrzeug.

Schulszene


Die Anregung zu dieser kleinen Vignette erhielt ich von dem sogenannten „Schulrelief“ aus Neumagen bei Trier.

 

Stellmacherei

Landwirtschaft


Pflügen und Eggen


Ernte


Vallus


Ziegenhirten


Schafhirten

Schweinehirten 
Schweinehirten im Eichenwald

Pferdekoppel
Pferdekoppel

Römische schwere Artillerie (BALLISTAE) im Gefecht

(Die Vignette befindet sich jetzt im Besitz des Zinnfigurenmuseums auf der Plassenburg.)

  
Auf dem Wall steht die Bedeckung von MANUBALLIAE-Schützen.

  

Augur

Römischer Sklavenmarkt

(Die Vignette befindet sich jetzt im Besitz des Zinnfigurenmuseums auf der Plassenburg.)

TURMA einer römischen ALA MILLIARIA

(Für Band II des Buchs „Die Reiter Roms“ von Marcus Junkelmann erstellt)

Lagerstraße einer ALA


Für dieses Bild mussten die meisten Figuren abgeändert werden, da es keine passenden Typen gab